Ressourcen aufbauen
Manchmal fehlt in unserem Inneren Team jemand. Vielleicht sind Sie als Dozentin fachlich top und gut in Kontakt – aber wenn Ihnen jemand abwertend begegnet, merken Sie schmerzlich, dass Ihnen eine innere Grenzwächterin fehlt. Oder Sie landen immer wieder in vollkommener Erschöpfung – und vermissen einen Ressourcenwächter, der gute Vorsätze in die Tat umsetzen könnte. Oder Sie wünschen sich eine Gelassene, für die es kein Drama ist, wenn Dinge schieflaufen. Oder, oder, oder….
Wie können wir vakanten Stellen im inneren Team besetzen und diese Teammitglieder aufbauen?
Manchmal haben wir dieses Teammitglied schon zur Verfügung – nur in anderen Situationen. Vielleicht können Sie in der Familie sehr gut Grenzen setzen – aber im Beruf fällt es Ihnen schwer (oder umgekehrt). Vielleicht sind Sie im Urlaub tiefenentspannt und gelassen – landen aber im Alltag regelmäßig im Hamsterrad.
Dann wäre die Frage, ob Sie dieses Teammitglied dazu bringen können, seinen Einsatzbereich zu erweitern. Vielleicht wäre es bereit, seinen Job auch im Beruf zu machen? Was bräuchte es dazu? Vielleicht müssten mit der Perfektionistin mal die Maßstäbe verhandelt werden, wie gut Sie performen müssen? Oder der Teil bräuchte Zeit mit Ihnen als ChefIn, um überhaupt Gehör für seine Vorschläge zu finden?
Wenn Sie selber ein solches Teammitglied nicht im Repertoire haben, dann vielleicht jemand in Ihrer Umgebung? Partner oder Partnerin? Onkel Egon? Hermine Granger oder Jürgen Klopp? Wenn auch vielleicht nicht genau in der Weise, die Sie suchen – aber doch so, dass die Richtung stimmt und Sie sich eine Scheibe abschneiden könnten?
In der Psychotherapie oder im Coaching können Sie Ihre KlientIn dazu einladen, im Rollentausch in die Haut eines Anteils hinein zu schlüpfen und aus dessen Perspektive zu sprechen. Welche Ideen hätte dieses Teammitglied für die vakante Stelle? Wie geht ihm mit der Chefin dieses Inneren Teams? Traumhafte Zusammenarbeit oder eher sperrig? Was bräuchte es für diesen neuen Job?
Manchmal ist es leicht, eine solche Neueinstellung ins Innere Team zu integrieren. Schwierig wird es, wenn andere Teile etwas dagegen haben – weil sie beispielsweise fürchten, dass andere sich abwenden, wenn Sie sich stärker abgrenzen oder weil sie gelernt haben, Abgrenzung für egoistisch zu halten. Dann ist es wichtig, zunächst mit dem Teil arbeiten, der etwas dagegen hat, denn sonst wird er die neue Entwicklung blockieren.
Welche Vakanz in Ihrem Inneren Team würden Sie gerne besetzen? Meldet sich jemand auf ihre interne Stellenausschreibung oder möchten Sie extern suchen (und bei wem)? Gibt es Teammitglieder, die etwas dagegen haben (und was)?