Freie Kinder

Einführung in das Innere Team (9)

Freie Kinder

Nicht alle Kinder im Inneren Team sind verletzt – es gibt auch lebendige, kreative, freie Kinder. Und diese sind unsere Kraftquellen, sie sind diejenigen, die dafür sorgen, dass wir unser Leben nicht nur bewältigen, sondern auch Freude am Leben haben, Kontakt genießen, Spaß an unserer Arbeit haben und kreativ sind. Wann immer Sie im Flow sind, sind Ihre freie inneren Kinder intensiv beschäftigt.

Dabei sind es nicht ANDERE innere Kinder, die diese wunderbaren Qualitäten haben. ALLE Kinder im Inneren Team haben diese Qualitäten von Lust an Spiel, Kreativität und Kontakt. Aber wenn diese Kinder verletzt werden, dann sind sie verstört, verängstigt und mit anderen Dingen beschäftigt. Dann brauchen sie das, was Kinder in diesen Situationen eben brauchen: Verständnis, Schutz, Trost und liebevolle Unterstützung.

Wenn sie diese Unterstützung bekommen, dann können sie sich erholen, und diese Qualitäten wiederfinden. Freie Kinder im Inneren Team sind also einerseits Teile, die nicht allzu schwer verletzt worden sind – zugleich schlummert die Qualität dieser Freiheit in jedem Kind im Inneren Team.

Wie können wir die freien Kinder in der Arbeit mit dem Inneren Team einladen?

Einerseits tun wir das ohnehin beständig. Wenn wir in der Therapie Verletzungen der Kinder heilen, dann können sie diese Qualitäten wiederfinden, wenn wir im Coaching innere Konflikte klären und Blockaden lösen – dann entsteht ein Raum, in den die freien Kinder hineinspringen können.

Zugleich können wir sie auch gezielt einladen. Indem wir sie mitdenken und davon ausgehen, dass sie da sind. Humor lädt sie ein. Die implizite und explizite Erlaubnis, dass auch schöne Dinge Thema sein dürfen – und wir uns mitfreuen, wenn KlientInnen von Erfolgen oder beglückenden Erfahrungen erzählen. Oder dass wir sehr aufmerksam zuhören, auch wenn es um Schönes geht (denn manchmal erzählen KlientInnen nur sehr verklausuliert davon, weil sie gelernt haben, dass ‚Angeben‘ nicht erlaubt und jemand neidisch ist, wenn es ihnen gut geht und sie erfolgreich sind).

Und wir können diese freien Kinder direkt ansprechen und sie fragen, was diese denn brauchen würden, um im Leben der Klientin präsenter zu sein. Man erfährt erstaunliche Dinge dabei. Diese Arbeit kann tief bewegend sein und unmittelbar dazu führen, dass KlientInnen wieder Zugang zu lange verschütteten Ressourcen bekommen oder neue entdecken.

Nicht zuletzt macht die Ausrichtung auf die Qualitäten der freien Kinder auch uns als TherapeutInnen und Coaches Spaß. Unser Kontakt zu den KlientInnen wird intensiver, die Arbeit lustiger, leichter – und effektiver.

Dürfen Ihre freien Kinder in Ihrer Arbeit als PsychotherapeutIn oder Coach eigentlich mitspielen?