Neuausgabe vom „Inneren Team in der Psychotherapie“

Formen von Teilearbeit (1)

Neuausgabe vom „Inneren Team in der Psychotherapie“

Von dem Moment an, wo man sie in die Welt entlässt, haben Bücher ihr eigenes Leben. Dieses Buch ist nun seit dreizehn Jahren in der Welt unterwegs, und es hat eine erfreuliche Bahn gezogen. Es ist unterdessen zum Klassiker geworden. Es hat Geschwister bekommen (nämlich ein Buch über Aufstellungsarbeit mit dem Inneren Team, eines über die Arbeit mit schweren Erkrankungen und ein Arbeitsbuch für KlientInnen).

Und auf seinem Boden ist ein Institut gewachsen, nämlich das Institut für Integrative Teilearbeit in Hamburg (IfiT), in dem wir die Methoden und die Haltung der in dem Buch entworfenen Integrativen Teilearbeit lehren und weiterentwickeln.

Ich begegne diesem Buch mit Dankbarkeit, und es war mir eine Freude, es für diese 8. Auflage durchzusehen und zu überarbeiten. Die Grundlagen haben sich bewährt und die Grundstruktur ist die gleiche geblieben. Gleichwohl gab viel Anlass zu Veränderungen, denn ich habe und wir haben in diesen dreizehn Jahren viel gelernt, gelehrt und weiterentwickelt. 1/3 des Textes ist neu, zugleich ist fast genau so viel alter Text rausgeflogen, weil ich gestrafft und alles gestrichen habe, was mit dem Blick von heute überholt oder nicht mehr nötig war.

Noch stärker als zuvor denke ich psychotherapeutische Arbeit mit dem Inneren Team vom Selbst und der Selbstenergie her. Im Kern geht es um eine Haltung, um eine Haltung von Wertschätzung und Würdigung, die wir unseren Klientinnen und Klienten und ihren inneren
Anteilen gegenüber haben – und die wir hoffentlich auch unseren eigenen inneren Anteilen gegenüber haben. Wirksame Therapie, ›Heilung‹ und Wachstum speisen sich aus unserer Verbindung mit der Selbstenergie.

Es ist ein Kapitel über Aufstellungsarbeit in der Einzeltherapie hinzugekommen. Ich habe Ressourcenteile stärker in den Blick genommen, die Wachstums- und Therapieprozesse unterstützen und erleichtern können. Es gibt Kapitel über die Frage, wie wir präverbale, also sehr junge, innere Anteile erreichen können, über den Umgang mit destruktiv agierenden Wächtern, die Gewalt, Selbstverletzung und Suizidalität einsetzen, und über die Arbeit mit Bildern und Metaphern.

Und es gibt diverse neue Beispiele, die sich durch das Buch ziehen. Am wichtigsten sind mir dabei zwei Beispiele über die Arbeit mit Menschen im Autismusspektrum.

Die Neuausgabe meines Grundlagenbuches möchte ich zum Anlass für Serie nehmen, in der es um die Frage geht, was verschiedene Formen der Teilearbeit miteinander verbindet und wie sie sich voneinander unterscheiden. Immer Dienstags wird ein neuer Beitrag erscheinen.