Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Formen von Teilearbeit (1)

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Es gibt inzwischen viele verschiedene Formen der Teilearbeit und Teiletherapie. Was verbindet diese – und wie unterscheiden sie sich voneinander? Die Antwort ist gar nicht so leicht. Denn niemand kennt alle Formen der Teilearbeit gleich gut und jede/r hat einen Standort, ist also parteilich.

Beides gilt auch für mich. Mein Standort ist die Integrative Teilearbeit bzw. das integrative Modell des Inneren Teams, das ich in meinen Büchern und mit meinen Kolleginnen am Institut für Teilearbeit (IfiT) in Hamburg entwickelt habe. Natürlich finde ich diesen Ansatz am besten – darum habe ich ihn ja entwickelt…

Neben unserem Modell kenne ich sehr gut das Innere Team von Friedemann Schulz von Thun und das Internal Family Systems (IfS) von Richard Schwartz – denn hier liegen meine Wurzeln. Transaktionsanalyse kenne ich gut, Gestalttherapie etwas. Ego-State-Therapie habe ich durch Bücher und auf Tagungen kennengelernt, Schematherapie durch Bücher und Diskussionen mit unseren TeilnehmerInnen.

Auf dieser Grundlage möchte ich in den nächsten Wochen den Versuch unternehmen, wesentliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Ansätze zu skizzieren – um einen Überblick zu geben, um die Besonderheiten unseres Ansatzes deutlich zu machen und um ins Gespräch zu kommen.

Dabei werde ich mich an folgenden Fragen orientieren:

1) Was ist der gemeinsame Ausgangspunkt der verschiedenen Ansätze?

2) Werden in einem Teilemodell nur innere Anteile beschrieben oder auch eine Führungsinstanz? Wenn es eine gibt: wie wird diese charakterisiert?

3) Geht ein Teilemodell von festen Kategorien aus oder geht es phänomenologisch vor? Weiß ich als TherapeutIn also, welche Art von inneren Anteilen ich zu suchen habe oder lasse ich mich davon überraschen, welche inneren Anteile dieser konkrete Mensch hat?

4) Wenn Teile sich auf eine Weise verhalten, die destruktive Folgen hat – sieht man ihre Strategien als etwas zu Würdigendes an, das eine Bedeutung hat oder als etwas zu Überwindendes, das man abzutrainieren versucht?

5) Fokussiert man auf Ressourcenorientierung und den Aufbau hilfreicher Gegenspieler – oder denkt man die Dynamik im inneren System von verletzten kindlichen Teilen und deren Wächtern her?