Das Menschenbild des Inneren Teams

Einführung in das Innere Team (2)

Das Menschenbild des Inneren Teams

Jeder innere Anteil hat eine gute Absicht. Alles, was unsere inneren Anteile tun, hat einen Sinn. Jeder Mensch hat alle Fähigkeiten, die er braucht, bereits in sich. Wie klingt das in Ihren Ohren? Vertraut oder befremdlich? Wunderbar oder naiv?

Dem Inneren Team ist mit diesem Menschenbild tief in der Denkweise und den Werten der humanistischen Psychologie verankert. Von sich aus suchen alle inneren Anteile, sucht das innere System des Menschen nach Kontakt und Verbundenheit, nach Sicherheit in sich und mit anderen.

Aber dieses System wird durch schwierige Erfahrungen aus der Balance gebracht (und wir alle machen schwierige Erfahrungen, wenn auch in extrem unterschiedlichem Ausmaß). Dann versuchen die inneren Anteile, den Menschen zu schützen und suchen nach Wegen, wie dieser in einem schwierigen, womöglich destruktiven Umfeld überleben und einen Platz finden kann.

Die Strategien, welche sie dabei anwenden, sind heute häufig mit Leid verbunden und sie sehen aus heutiger Sicht oft destruktiv aus. Aber in der Zeit und in der Situation, in der sie entstanden sind, waren diese Strategien sinnvoll und nötig, die einzige Möglichkeit, sich zu schützen, welche der Teil gefunden hat. In einer wundervollen Formulierung von Peter Fürstenau waren die Strategien die „bestmögliche Lösung zum Zeitpunkt ihrer Entstehung“.

Das Innere Team verklammert damit Problem- und Ressourcenorientierung auf radikale Weise. Nicht nur, dass wir in der Arbeit mit dem Inneren Team nach ressourcenvollen Teammitgliedern suchen können, welche die Klientin oder den Klienten bei den derzeit anstehenden Entwicklungsschritten unterstützen können (das können wir auch!). Die Ressourcenorientierung ist noch viel grundlegender: denn in der Arbeit mit dem Inneren Team werden auch schwierige und destruktiv wirkende innere Anteilen als Ressourcen sichtbar. Wenn es gelingt, die Hintergründe ihres Verhaltens zu verstehen und sie davon zu überzeugen, dass diese Strategien nicht mehr nötig sind, dann werden sie ihre Energie für andere Aufgaben zur Verfügung stellen.

Das bedeutet: in der Arbeit mit dem Inneren Team geschieht Veränderung durch Verstehen und Würdigung.

KlientInnen erleben die Arbeit mit dem Inneren Team durch diesen konsequent entpathologisierenden und ressourcenorientierten Blick oft als sehr entlastend. Das Innere Team ermöglicht es ihnen, sich selbst zu verstehen und mildert daher Scham und Selbstvorwürfe. Dieser andere Blick auf sich selbst ist ein wichtiger Schritt in Richtung Veränderung, Selbstwirksamkeit und Hoffnung.